Preisgekröntes ZKE-Team

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Diesen Preis hat das ZKE-Team im Jahr 2010 gewonnen.
P.K.

-- ___________________________________ Prof. Dr. Peter Krope Institut für Pädagogik: Tel. 0431/8801273 Fax 0431/8805497 Email: krope@paedagogik.uni-kiel.de Privat: Tel. 0431/7809230 Fax 0431/7809232 Email: pkrope@krope.de

Buchkritik: Begründung von Moral. Diskursethik versus Konstruktivismus. Eine Streitschrift.

Vor nunmehr gut 30 Jahren erschien die ebenso streitbare wie in den Folgejahren für die soziologische Diskussion Maßstäbe setzende Textsammlung zum "Positivismusstreit in der deutschen Soziologie" mit den bekannten Protagonisten Karl R. Popper, Ralf Dahrendorf und Hans Albert einerseits sowie Theodor W. Adorno und dem jungen Jürgen Habermas andererseits. Die damalige Diskussion krankte jedoch daran, dass beide Seiten sich von der jeweils anderen missverstanden und von deren Kritikpunkten nicht getroffen fühlten. Ganz anders hingegen die kürzlich erschienene philosophische Streitschrift zur "Begründung von Moral", die Holger Burckhart und Kersten Reich (Anmerkung NW: Kersten Reich scheint seinen Ursprung auch im methodischen Konstruktivismus der Erlanger Schule zu haben) vorlegten, der Erste Privatdozent für Philosophie an der Universität in Köln, der Zweite ebendort Professor für Allgemeine Pädagogik. Zwar vertreten auch sie heftig miteinander konkurrierende Schulen - Burckhart die Diskursethik und Reich den Konstruktivismus -, doch gelingt es ihnen nicht nur, die differierenden Positionen darzustellen, sondern auch die Argumente und Kritiken des jeweils anderen nicht nur an-, sondern auch aufzugreifen. Oft vermögen es die Kontrahenten besser, die Schwächen der jeweils anderen Position aufzuzeigen als die Stärken der eigenen herauszuarbeiten.

Besonders wohltuend ist nicht zuletzt der Verzicht auf Polemik - auch dies im Gegensatz zum seinerzeitigen Positivismusstreit. Dabei ist das Buch alles andere als flüssig zu lesen und gelegentlich drängt sich der Eindruck auf, die Texte dienten eher der (Selbst-)Verständigung der beiden Autoren untereinander als der Kommunikation mit Lesenden.

Anders als der Titel erwarten lässt, behandeln die Autoren nicht so sehr die Begründung von Moral, als vielmehr ihre erkenntnistheoretischen Möglichkeitsbedingungen. Insofern bewegt sich das Buch über weite Strecken auf einer Metaebene.

Dabei könnte der Dissens im Grundsätzlichen kaum stärker ausfallen. Reich zeiht die Diskursethik, metaphysische Letztbegründungsversuche zu unternehmen, und kritisiert sie als dogmatisch; Burkhart wiederum moniert, der Konstruktivismus könne "aufgrund seines Denkens gar nicht mehr Moral gehaltvoll begründen, sondern immer nur relativieren".

"In den Anwendungsfragen", darüber herrscht Konsens, "unterscheiden wir uns deutlich weniger als in den Begründungsfragen." Eine der "offensichtliche[n] Gemeinsamkeit[en]" bestehe in der Überzeugung, dass "mitverantwortliche Zivilcourage für die Gestaltung einer durch zukünftige Technologie geprägte Gefahrenzivilisation" notwendig sei.

Beschlossen wird der Band von einem Streitgespräch, das die beiden Autoren mit Jürgen Sikora führten.

Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4301&ausgabe=20...

Über: Holger Burckhart / Kersten Reich: Begründung von Moral. Diskursethik versus Konstruktivismus. Eine Streitschrift.
Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2000.
208 Seiten, 29,70 EUR.
ISBN-10: 3826017765

 

 

Herzlich Willkommen!

Es findet jeden Freitag statt. Früher war es um 14 Uhr, heute ist es um 16 Uhr. Wenn alle Autos sich langsam in der Olshausenstraße nach oben begeben, links und rechts nach Hause abbiegen, um in ihr wohlverdientes Wochenende zu gehen, dann treffen sich einige wenige vor dem Eingang der ehemaligen EWF. Ein kleiner Kreis mit eingeschworenen Begrüßungsritualen setzt sich in die bereits verlassene Universität und beginnt mit ihrer Arbeit. Die Sitzung wird eröffnet. Während über Terminlichkeiten diskutiert wird, finden kleine Nebengespräche statt. Es wird über den Tisch gezwinkert, man kennt sich. Bei Kaffee und Brötchen bereitet man sich vor. Es wird Wissenschaft betrieben. Als neues Mitglied ist es manchmal schwer zu folgen, die Teilnehmenden kennen sich lange. Es wird zwischen Wissenschaftstheorien hin und her gesprungen. Rechtfertigungen ausgesprochen, die sich in kryptischen Halbsätzen verbergen. Es scheint bei manchen Argumentationslinien nicht mehr notwendig, sie in Gänze auszuführen, da ein zustimmendes Nicken bestätigt, dass sie nachvollzogen worden sind. Die jahrelange Arbeit beweist sich in diesen kleinen Handlungsvollzügen.
Wer nun Angst hat in diesem Kreis auf elfenbeinartige Wesen zu treffen, die sich seit Jahren in ihrem Freitagsturm verstecken, liegt falsch. Interessierte aller Art sind stets herzlich willkommen. Man wird neugierig aufgenommen, es ist schnell möglich sich einzugliedern und man beginnt zu staunen. Im offenen Diskurs kann man sich einbringen, auf jeder Stufe einsteigen und sich mit seinen wissenschaftlichen Ansichten integrieren. Auch wenn nicht alles sofort verständlich ist, ist dieser Zirkel eine Möglichkeit wissenschaftliches Arbeiten zu lernen und eigene Erkenntnisse zu lehren. Und immer wieder freitags schwimmen wir gegen den Strom und fahren die Olshausenstraße nach unten, um uns erst einmal zu begrüßen.

Hörenswertes

Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter einen dazu bewegt, lieber doch keinen Fuß vor die Tür setzen zu wollen, dann gibt es unzählige Möglichkeiten sich in den heimischen oder fremden vier Wänden die Zeit höchst angenehm zu vertreiben. Eine davon ist das Hören. Und da mir Herr Latus einen interessanten Link diesbezüglich verraten hat, will ich das natürlich nicht verheimlichen. Unter dem Titel "Das philosophische Radio" läuft auf WDR5 jeden Freitag von 20.05 Uhr bis 21.00 Uhr eine Sendung in der die unterschiedlichsten Themen mit verschiedenen Studiogästen diskutiert werden, teilweise historisch biographisch, teilweise aktuelle Themen betreffend. Und das Beste ist, alle Folgen können als podcast heruntergeladen werden.
http://www.wdr5.de/nachhoeren/das-philosophische-radio.html

Und noch ein Tipp für die Freunde des Jazz unter uns, der mir heute morgen bei "Willemsen legt auf" ans Herz gelegt wurde: Andy Bey, lange verkannt und unglaublich hörenswert.

Vielleicht ist ja für den einen oder anderen etwas dabei.
n.w.

Zentrum für Konstruktive Erziehungswissenschaft im Blog

Informationen aus dem Zentrum für Konstruktive Erziehungswissenschaft.

Mitglieder des ZKE, die hier als "Contributor"  eingetragen sind, können aktuelle Beiträge z.B. über den letzten Workshop mit Bildern und mit Präsentationen ( pdf , ppt usw.) hineinschreiben. Man schreibt eine eMail mit den entsprechenden Anhängen an post@zke.posterous.com.

u.k.